Wir, die IG Edlinger Wasser, sehen es als unseren Erfolg an, dass nun der „neue“ Brunnen der Firma Meggle neben dem Edlinger Gemeindebrunnen nicht mehr realisiert wird. Sowohl die Firma Meggle als auch der Grundstückseigentümer sind von ihrem Vorhaben zurückgetreten.

Der zweite Erfolg, den wir auf unsere Bemühungen zurückführen, ist, dass nun endlich seitens des Landratsamtes Rosenheim das Wasserschutzgebiet um den bestehenden Brunnen der Firma Meggle aufgehoben wird. Dies seht in dem Bericht des Landratsamtes Rosenheim an den Petitionsausschuss Umwelt und Verbraucherschutz.

Als dritten Erfolg, wenn auch nicht direkt für die Edlinger Bürger, sehen wir, dass nun die Bürger aus dem südlichen Teil Reitmehring ab spätestens Ende nächsten Jahres mit Trinkwasser aus einem Wasserschutzgebiet der Stadt Wasserburg versorgt werden.

Ende Oktober 2020 fand erneut ein Gespräch zwischen uns und der Firma Meggle statt. Hier waren neben den Vertretern der Firma Meggle Frau Steppich und Herr Fischer, auch Herr Schnetzer, Bürgermeister der Gemeinde Edling und als Vertreter der Stadt Wasserburg Herr Kölbl und Herr Regler anwesend.

Gleich zu Anfang berichtete Herr Kölbl, dass die Stadt Wasserburg nun endlich ihrer Pflichtaufgabe nachkommt und baldmöglichst die Bürger des südlichen Teils von Reitmehring mit Trinkwasser versorgen wird.

Im Anschluss erklärte Herr Kölbl, als auch Herr Regler, dass eine kontinuierliche Wasserversorgung der Firma Meggle seitens der Stadt Wasserburg nicht möglich sei. Sie verwiesen hier u. a.  auf die Machbarkeitsstudie der Firma COPLAN AG und dem erhöhten Wasserverbrauch der Bevölkerung der Stadt Wasserburg während der Sommermonate.

Diese Machbarkeitsstudie hat jedoch, unseres Wissenstandes nach, einige falsche Berechnungsgrößen. Um nur einige zu nennen:

  • die Berechnungswerte des Brunnens der Gemeinde Edling
  • die Wassermengen, welche der Stadt Wasserburg zur Verfügung stehen bzw. die diese durchschnittlich verbrauchen (In einem Bericht der Stadtwerke Wasserburg im OVB vom August 2018 wurden ganz anderen Wasserüberschüsse veröffentlicht.)

Besonders den Punkt des „Wasserüberschusses“ von ca. 700.000 m³ bis zu 1,2 Mio. m³ pro Jahr der Stadt Wasserburg haben wir während des gesamten Gespräches immer wieder zur Sprache gebracht. Auch wenn dieser Wasserüberschuss nicht täglich konstant zur Verfügung steht, könnte die Firma Meggle diese Schwankungen durch Wassertanks oder einem intelligentem Wassermanagement abpuffern und die Überschüsse der Stadt Wasserburg, welche sonst in den Schwarzmoorbach abgeleitet werden, würden sinnvoll genutzt.

Nach langen Diskussionen, ließ Herr Kölbl dann verlauten, dass bei dem neuen Wasserleitungsnetz innerhalb des südlichen Reitmehrings natürlich ein Wasserübergabepunkt für die Firma Meggle gebaut wird und hier unter Umständen auch bis zu 700.000 m³ Wasser pro Jahr an die Firma Meggle geliefert werden könnten.

Am Ende des Gespräches teilte uns Herr Schnetzer mit, dass ihn am Vortag Frau Schweinöster von Landratsamt Rosenheim angerufen und ihm mitgeteilt hat, dass sie aufgrund des Gutachtens des Wasserwirtschaftsamtes folgende Wasserentnahmegenehmigungen erteilt:

  • die Stadt Wasserburg muss die Trinkwasserversorgung des südlichen Teils Reitmehrings mit jährlich 45.000 m³ Trinkwasser pro Jahr ab spätestens 01.01.2022 übernehmen
  • die Firma Meggle erhält die Genehmigung 3,0 Mio. m³ Wasser bis zum 31.12.2040 aus ihrem „alten“ Brunnen zu entnehmen.

Im Kern hat sich die Entnahmegenehmigung der Firma Meggle somit nicht verändert, sondern wurde theoretisch noch ausgeweitet.

Unsere Rechnung zur hypothetisch möglichen Wasserverbrauchsmenge der Firma Meggle:

Berechnung der verwendbaren Wassermenge der Firma Meggle nach „alter“ Genehmigung:
vom LRA Rosenheim genehmigte Wasserentnahme aus dem Grundwasser 3.000.000 m³
abzüglich Wasserversorgung Reitmehring Süd 45.000 m³
nutzbare Wassermenge im Jahr gesamt 2.955.000 m³

 

Berechnung der verwendbaren Wassermenge der Firma Meggle nach „neuer“ Genehmigung:
vom LRA Rosenheim genehmigte Wasserentnahme aus dem Grundwasser 3.000.000 m³
mögliche Lieferung durch die Stadt Wasserburg 700.000 m³
nutzbare Wassermenge im Jahr gesamt 3.700.000 m³

 

Das wäre eine Steigerung von ca. 25 % pro Jahr an theoretisch möglich verwendbarer Wassermenge der Firma Meggle.

Weiterhin wird immer wieder behauptet, die Firma Meggle hätte keine weiteren Alternativen zur Wassergewinnung. Dies sehen wir nicht so! Eine der naheliegendsten Möglichkeiten wäre die Wasserentnahme aus dem nahegelegenen Inn. Schließlich hat die Firma Meggle bereits ein Leitungssystem von ihrer Kläranlage in den Inn. Folglich ist es auch möglich den Wasserkreislauf zu schließen und (Oberflächen) Wasser aus dem Inn zur Produktion zu entnehmen. Dies ist mit einem behördlichen Genehmigungsverfahren verbunden, aber auch das wäre sicherlich machbar. Die Ressource Grundwasser würde somit überhaupt nicht angetastet werden.

Auch ist verstörend, dass wir trotz mehrfachem Nachfragen beim Landratsamt Rosenheim (das letzte Mal telefonisch Mitte Oktober) wieder keine Informationen erhalten haben, dass dieses bereits eine Genehmigung für die Entnahme von 3,0 Mio. m³ Wasser erteilt hat. Dem Landratsamt ist anscheinend nicht bekannt oder ignoriert absichtlich, dass den Bürgern das Recht auf Information zusteht und deshalb das Landratsamt zur Auskunft gesetzlich verpflichtet ist.

Deshalb setzen wir unsere Hoffnungen auf den Petitionsausschuss, dass dieser den Bescheid des Landratsamtes rückgängig macht und die genehmigte Entnahmemenge reduziert sowie die Laufzeit verkürzt.

Insbesondere da der bayerische Umweltminister Herr Glauber den schonenden Umgang mit der Ressource Grundwasser zu einem seiner Schwerpunkte erklärt hat.

 
 

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